| James Hobrecht ? Ein Weg, zwei
Straßen, eine Brücke und ein verfallenes Gut am Stadtrand von
Berlin, sind nach ihm benannt. Wer er war, wissen nur noch wenige. Dabei
steht der Name Hobrecht für moderne hygienische Verhältnisse durch
die Stadtentwässerung, Verkehrs- und Stadtplanung, die Regulierung
der Spree, Brückenbauten, Stadtgüter und vieles mehr.
Aus Anlass des hundertsten Todestages am 8. September, erinnert das Museum im Wasserwerk an James Hobrecht und seine Leistungen für Berlin. An den vielfältigen und unermüdlichen Ingenieur, Modernisierer und Stadtplaner, der sich bei seiner Arbeit radikal für seine sozialpolitischen Überzeugungen engagierte. | ||||
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Die längste
und wichtigste Zeit seines Lebens verbrachte Hobrecht in Berlin. Im April1859
übernahm er im Auftrag des Ministeriums für öffentliche
Arbeiten die Leitung der Kommission zur Ausarbeitung des Bebauungsplanes
für die Umgebungen Berlins. Mit dieser Arbeit gelang es, baulichen
Wildwuchs einzudämmen und der Stadterweiterung eine planerische Grundlage
zu geben. In seinen Schriften brachte Hobrecht seine scharfe Ablehnung
schlechter und ungesunder Wohnverhältnisse zum Ausdruck. Feuchte
Wohnungen und lichtlose Hinterhöfe hatte er nie geplant. |
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| Hobrechts Lebenswerk und größtes Verdienst war die Einführung eines modernen Entwässerungssystems für Berlin. Mit seinen in Stettin und auf Inspektionsreisen nach England und Frankreich gewonnenen Erfahrungen war er für die Ausarbeitung eines Entwässerungsprojekts, dessen Einführung in Berlin schon seit den 40er Jahren diskutiert wurde, prädestiniert. Ab 1869 leitete Hobrecht die Voruntersuchungen und war von 1873 bis 1897 Chefingenieur der Kanalisation. Während dieser Zeit war sein Bruder Arthur übrigens von 1872 bis 1878 Oberbürgermeister von Berlin. Hobrechts Kanalisationsprojekt sah den Bau eines in 12 Entwässerungsgebiete eingeteilten Radialsystems vor, durch das die Abwässer der Stadt über Pumpstationen auf Rieselfelder geleitet wurden. Dieses Vorhaben zur Lösung der hygienischen Probleme Berlins setzte er gegen alle Widerstände energisch und konsequent durch. Sein wichtigster Mitstreiter war der Arzt, Hygieniker und Politiker Rudolf Virchow. Die Wahl zum Stadtbaurat für den gesamten Tiefbau im Jahre 1885,
war auch eine Würdigung des Hobrechtschen Engagements für Berlin.
Während seiner Amtszeit trieb er den Straßen- und Brückenbau
entschieden voran. |
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