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Seit 125 Jahren fließt das Berliner
Abwasser in Kanälen zu Pumpwerken. Anfangs förderten von dort
Dampfkolbenpumpen das Abwasser durch Druckleitungen auf Rieselfelder, auf
denen Landwirtschaft betrieben wurde. Den Bau der Berliner Kanalisation
verdanken wir dem Mediziner und Politiker Rudolf Virchow und dem Baumeister
James Hobrecht.
Heute liegen unter den Straßen Berlins mehr als 9100 km Kanäle,
die kleinsten Steinzeug- und Betonrohre mit einem Durchmesser von 20 cm,
die größten gemauerten Profile fast so groß wie ein U-Bahn-Tunnel
und bis zu 125 Jahre alt. Dazu gehören 146 Pumpwerke, heute mit Elektrokreiselpumpen, |
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und 1000 km Abwasserdruckleitungen
mit einem Durchmesser bis zu 1,40 m. Durch sie gelangt das Abwasser in sechs
mit neuester Verfahrenstechnik zur Phosphor- und Stickstoffentfernung ausgestattete
Klärwerke, die eine umweltgerechte Abwasserentsorgung zur Entlastung
der zahlreichen Flüsse und Seen in Berlin und Brandenburg gewährleisten.
Zahlreiche
historische Fotos, meist Originale von Unbekannten aber auch Fotografien
wie Friedrich Albert Schwartz, Reinhold Lissner und Arthur Köster,
zeigen diese Entwicklung.
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Darunter sind Bilder vom Bau der Kanalisation, der Pumpwerke des alten Radialsystems
und ehemaliger Vorortgemeinden, der Rieselfelder, die einst Berlin umgaben
und der ersten Klärwerke. Sie werden durch Dokumente vom Arbeitsalltag
der Mitarbeiter der Stadtentwässerung ergänzt, seltene Stücke
aus dem ca. 40 000 Fotos umfassenden Bestand des Museums, die zum Teil erstmalig
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Einen Kontrast zur Historie bildet ein Abschnitt mit Fotos von der heutigen
Abwasserentsorgung. Er dokumentiert die enormen Veränderungen, die
sich auf diesem Gebiet in der ständig wachsenden Metropole vollzogen
haben.
Die Fotos bilden einen reizvollen Gegensatz zu den getonten Schwarzweißbildern
der Anfangsjahre.
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