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Neun Wasserwerke versorgen Berlin und angrenzende Gebiete im Berliner
Umland mit Trinkwasser. Die Werke liegen
in der Nähe von Seen und Flüssen oder in ausgedehnten Waldgebieten
und fördern ausschließlich Grundwasser. Dies bildet sich aus
versickerten Niederschlägen sowie aus versickertem Oberflächenwasser,
so genanntem Uferfiltrat. Da die Versickerung langsam und durch viele
verschiedene Bodenschichten, wie Sand und Kies vor sich geht, erfolgt
dabei eine gründliche natürliche Reinigung. So entsteht ein
qualitativ hochwertiges Grundwasser.
Jeder Einwohner Berlins nutzt im Durchschnitt 121 Liter Wasser pro Tag.
Für Haushalte, Industrie und Gewerbe werden täglich 585.000
m³ Trinkwasser bereitgestellt. Das Wasser kommt aus 900 Brunnen,
30 m bis 170 m tief, das zu den Wasserwerken gelangt, wo es aufbereitet
wird.
Aus Trinkwasser wird Abwasser. Es
fließt über Hausanschlusskanäle im freien Gefälle
zum Sammelkanal in den Straßen und durch immer größer
werdende Kanäle zu den Pumpwerken, die es zu den Klärwerken
fördern. Das Kanalnetz hat eine Länge von 9.200 km. Das entspricht
einer Strecke von Berlin bis Peking.
In Ballungsgebieten wie Berlin werden besonders hohe Anforderungen an
die Reinigung des Abwassers gestellt. Die sechs Berliner Klärwerke
reinigen bei Trockenwetter täglich rund 620.000 Kubikmeter Abwasser.
Sie sind mit der neuesten Verfahrenstechnik ausgestattet und halten die
ungelösten und biologisch abbaubaren gelösten Schmutzstoffe
zu 95% zurück. Das geklärte Abwasser fließt direkt in
die Spree und in die Havel oder über die Erpe, die Panke, den Nordgraben
oder den Teltowkanal.
Das Berliner Trinkwasser ist von ausgezeichneter Qualität.
Durch seinen hohen Calcium- und Magnesiumgehalt ist es nicht nur mineralreich.
Da es der in der deutschen Trinkwasserverordnung vorgegebenen Kontrolle
unterliegt, ist es zugleich auch das bestüberwachte Lebensmittel.
Alle in dieser strengen Verordnung aufgeführten Grenz- und Richtwerte
werden vom Berliner Trinkwasser deutlich unterschritten. Durch die geringen
Anteile an Sulfaten, Chloriden und Nitraten kann es sogar für Säuglingsnahrung
verwendet werden.
Die gesetzlichen Anforderungen an das Trinkwasser sind höher als
die an Mineralwasser. Das wird täglich anhand einer dichten Kette
von Proben aus dem Grundwasser, den Wasserwerken, dem Rohrnetz und an
180 Wasserhähnen bei Kunden im gesamten Stadtgebiet überprüft.
Die Ergebnisse können sich auch überregional sehen lassen. Im
bislang größten deutschen Trinkwassertest in 270 Städten
schnitt Berlin 2003 als beste Großstadt ab und erhielt die Note
"Gut plus" mit dem Zusatz "Das Berliner Wasser könnte
nicht besser sein."
Wie wird aus Grundwasser Trinkwasser und wie wird das Abwasser Berlins
auf höchstem technischem Niveau gereinigt? Wie sieht es in der Kanalisation
aus und welche Funktion haben die 146 Pumpwerke? Wie ist die Trinkwasserqualität
des Berliner Trinkwassers einzuschätzen? Dies können Schulklassen,
Projektgruppen und interessierte Besucher in dieser Ausstellung
aus Modellen, Grafiken und aktuellen Fotos erfahren. Dazu gibt es Broschüren
und Informationsmaterial.
Führungen können unter der Nummer des Museums angemeldet werden.
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